Nachlese Parlamentarischer Abend

Kooperationsveranstaltung zwischen der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund in Berlin und dem Innovationszentrum Bahntechnik Europa e.V. am 05. Juni 2019

Die Bahn 2030 – Zuverlässig. Innovativ. Leistungsstark.

Auf der Kooperationsveranstaltung trafen sich in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund in Berlin Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zum Parlamentarischen Abend. Im Fokus stand ganz klar die Zukunft der Bahn.

Ein ganzes Bündel von Einzelmaßnahmen hat sich die Bundesregierung für den Schienenverkehr vorgenommen: Verdoppelung der Bahnkunden bis 2030 und die weitere Verlagerung von Güterverkehr auf die umweltfreundliche Schiene. Weitere Ziele, wie die Elektrifizierung des Schienennetzes von 70 Prozent bis zum Jahr 2025, Deutschlandtakt, die Digitalisierungsoffensive mit ETCS-Ausbau und der Aufbau eines deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung in Dresden standen am Parlamentarischen Abend in Berlin auf der Agenda. Wie gestaltet sich die Zukunft der Bahn und wie können diese Ziele erreicht werden? Das Thema traf auf sehr großes Interesse.

Herr Erhard Weimann, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Freistaats Sachsen beim Bund, begrüßte die über 100 Teilnehmenden. Frau Claudia Hinrichs, Vorstandsvorsitzende Innovationszentrum Bahntechnik Europa e.V., betonte in ihrem Eingangsstatement, dass die Prozesse im Schienenpakt intensiver gelebt und durchlässiger sein müssen, um sowohl die Erfahrungen und Kenntnisse von Politikern, Ministerien und Verkehrsverbünden, Wissenschaftlern, der Consulting- und Bauunternehmen, als auch die der Netzwerke – wie Innovationszentrum Bahntechnik Europa e.V. – einbringen zu können.

In der Keynote entwickelte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, ein Szenarium, wie sich die Bahn im Jahr 2030 als zuverlässiger, innovativer und leistungsstarker Mobilitätsdienstleister darstellen könnte. Seine Ausführungen wirkten zunächst futuristisch. Angesichts der gegenwärtigen Diskussion zum Klimawandel sind die Vorstellungen durchaus als realistisch zu betrachten.

In der sich anschließenden Podiumsdiskussion mit

  • Thomas Jurk, MdB, SPD-Bundestags-Fraktion
  • Rüdiger Kruse, MdB, CDU/CSU-Bundestags-Fraktion
  • Kay Euler, Leiter Konzernprogramm Digitale Schiene Deutschland bei der DB AG
  • Dr. Ben Möbius, Hauptgeschäftsführer, Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V.
  • Dr. Jörg Nikutta, Sprecher der Geschäftsführung, Alstom Transport GmbH

konnten insbesondere die Teilnehmer auf dem Podium ihre Standpunkte zur Bahn 2030 – auch kontrovers – darstellen. Fragen aus dem Publikum zielten auf ganz aktuelle Themen, z. B. überfüllte und unpünktliche Züge, ab. Herr Euler, Herr Jurk und Herr Kruse berichteten von dem Hochlauf der Investitionen auf Rekordniveau und versprachen Besserung. Dazu gehört auch das neu gegründete Zentrum für Schienenverkehrsforschung in Dresden, für das sich u. a. Herr Jurk und auch Herr Kruse (beide Mitglieder des Hauhaltausschusses) im besonderen Maße einsetzten und hohe Erwartungen an die Wirksamkeit zum Ausdruck brachten.

Dr. Jörg Nikutta berichtete begeisternd über die Zukunft der Alstom-Wasserstoffzüge, die bereits im Dauerbetrieb unterwegs sind. Er warb dafür, diese reife Technik nun vermehrt zu bestellen. Er forderte, die Kriterien der Ausschreibungen an den Innovationen zu orientieren und nicht nur am Preis.

Dr. Ben Möbius erwartet von der Politik ein klares Bekenntnis, dass die hohen Investitionen sich verstetigen, damit die Bauindustrie die Kapazitäten ausbauen kann. In diesem Zusammenhang wurde auch über Fonds gesprochen.

Die Moderation lag in den Händen von Herrn Frank Zerban, Hauptgeschäftsführer in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV e. V., der als Fachkundiger auch gezielt nachfragte.

Vom Innovationszentrum Bahntechnik Europa e.V. werden jährlich mehrere anspruchsvolle Veranstaltungen, wie z. B. internationale Symposien, Foren und Workshops zu technischen und verkehrspolitischen Themen im Schienenverkehr, organisiert. Das Feedback für die erstmalige programmatische Ausgestaltung des Parlamentarischen Abends war durchaus positiv.