Symposium des Innovationszentrums Bahntechnik Europa e.V.

„Alternative urbane Mobilitätskonzepte für den ÖPNV/SPNV – Dieselantriebe vor dem Aus?“

in Leipzig am 02.04. und 03.04.2019

Der innerstädtische Verkehr ist insgesamt effizienter und nachhaltiger zu organisieren. Wir brauchen einen attraktiven und leistungsfähigen ÖPNV/SPNV, damit insgesamt weniger Fahrzeuge in unseren Städten und Ballungsräumen fahren und der „Lebensraum Stadt“ vergrößert werden kann.

Noch nie wurde so umfangreich und differenziert über Klimaschutz im Ver-kehr diskutiert.

Die Verkehrswende und vor allem der Weg dorthin sind in aller Munde. Ansätze von Lösungsmöglichkeiten wurden in dem prominent besetzten Symposium thematisiert.

„Klimaschutz gehört zu den wichtigsten Aufgaben unserer Zeit und es ist eine Frage der Verantwortung gegenüber jetzigen und kommenden Generationen.“, so ein Zitat aus dem aktuellen Zwischenbericht 03/2019 der Arbeitsgruppe 1 von der NATIONALEN PLATTFORM DER MOBILITÄT. Es ist leider keine Senkung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor eingetreten, wie die Arbeitsgruppe feststellte. Was folgt nun aus dem Zwischenbericht der Arbeitsgruppe? Fakt ist, dass beim bis Ende März 2019 gefundenen Minimal-Kompromiss die Konsens-Maßnahmen alle gut und richtig sind. Was muss konkret und zeitnah passieren, damit die Emissionen um 40 bis 42 % bis 2030 gegenüber 1990 im Verkehrsbereich sinken?  Mit welchen Maßnahmen kann die signifikante Lücke von 16 – 26 Mio. Tonnen CO2, die nach dem Zwischenbericht noch zusätzlich bis 2030 eingespart werden müssen, gefüllt werden?

Die NATIONALEN PLATTFORM DER MOBILITÄT hat sechs zentrale Handlungsfelder identifiziert, drei davon betreffen die Schiene:

  • Stärkung von Schienenpersonenverkehr, Bus- Rad- und Fußgängerverkehr
  • Stärkung von Schienengüterkehr und Binnenschifffahrt
  • Digitalisierung

Die steigenden Verkehrsmengen im Individual- und Güterverkehr stoßen aber unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und Luftreinhaltung zunehmend an die Grenzen oder führen bereits darüber hinaus.

Geht nur was Keinem wehtut, aber viel öffentliches Geld kostet? Reichen Forderungen nach mehr Investitionen etwa in die Ladeinfrastruktur aus? Muss man nicht deutlich mehr tun als mehr von den vorhandenen Maßnahmen?

Die Programme der Bundesregierung sollen einen spürbaren und dauerhaften Beitrag zur Luftreinhaltung leisten. Das Risiko von Fahrverboten in weiteren Städten kann nicht „schöngeredet“ werden. Die Wirtschaftlichkeit der Nachrüstung älterer Dieselbusse ist umstritten und kann bekanntlich nicht „über Nacht“ erfolgen. Auch die Dieselantriebe der schienengebundenen Fahrzeuge stehen auf dem Prüfstand. Es gibt vielversprechende Ansätze für alternative Antriebe, z. B. wasserstoffbasierte Systeme. Aber der Durchbruch steht noch aus.

Diese hochaktuellen Fragen diskutierten wir mit prominenten wie berufenen Gästen:

Dr. Siegfried Balleis, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Sonderbeauftragter Sofortprogramm „Saubere Luft“

Oliver Krauß, MdL in NRW, CDU-Fraktion und Mitglied des Verkehrsausschusses

Christan Specht, Vorsitzender des Mobilitätsforums der Europäischen Großstädte (EUROCITIES) und Erster Bürgermeister der Stadt Mannheim

Teilnehmende an der Diskussionsrunde

  • Siegfried Balleis, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Sonderbeauftragter Sofortprogramm „Saubere Luft“
  • Oliver Krauß, MdL in NRW, CDU-Fraktion und Mitglied des Verkehrsausschusses
  • Christan Specht, Vorsitzender des Mobilitätsforums der Europäischen Großstädte (EUROCITIES) und Erster Bürgermeister der Stadt Mannheim
  • Ernst-Christoph Stolper, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. Stellv. Vorsitzender Bundesverbandes
  • Ulrike Stopka, Technische Universität Dresden, Institut für Wirtschaft und Verkehr, Professur für Kommunikationswirtschaft
  • Thomas Kiel, Deutscher Städtetag, Referat für Verkehr und Tiefbau

Moderation: Frau Alexandra Mause, BMVI und Leiterin der Stabsstelle urbane Mobilität

Holger Elix, ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe AG, Unternehmensbereichsleiter und

Dr. Carsten Söffker, Alstom Transport Deutschland GmbH, Rolling Stock Engineering & Infrastructure

Torsten Peppel, Geschäftsführer, M&P Motion Control and Power Electronics GmbH

Dr. Sven Klausner, Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI

Teilnehmende an Podiumsdiskussion Umsetzungsstrategien kommunaler Masterpläne                       

  • Stephan Rausch, Fachbereichsleiter Nahverkehr, Verkehrs- und Tiefbauamt, Stadt Leipzig
  • Andreas Hemmersbach, Vorstand Finanzen und Technik, Dresdner Verkehrsbetriebe AG
  • Christian Specht, Erster Bürgermeister, Stadt Mannheim
  • Dr. Tina Wagner, Abteilungsleiterin Verkehrsentwicklung in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Freie und Hansestadt Hamburg

Moderation: Frau Alexandra Mause, BMVI und Leiterin der Stabsstelle urbane Mobilität

Frank Zerban, Hauptgeschäftsführer, Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV e. V.

Dr. Ben Möbius, Hauptgeschäftsführer, Verband der Bahnindustrie in Deutschland VDB e. V.

Dr. Hennig Tegner, Partner und GF der KCW GmbH

Teilnehmende der Podiumsdiskussion Umsetzungsstrategien zur Emissionsminderung

  • Mietzsch, Oliver, Geschäftsführer, ZVNL Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig 
  • Dr. Jens Sprotte, Alstom Transport Deutschland GmbH, Director Business Development
  • Sven Maiwald, Bombardier Transportation GmbH, Technischer Vertrieb Deutschland, CEC Region
  • Seeger, Katrin, Siemens Mobility Division, Projektleiterin für Plattform- & Geschäftsentwicklung Alternative Antriebe für Regionaltriebzüge
  • Michael Preusker, Transdev GmbH
  • Hans-Jürgen Pfeiffer, Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien GmbH, Geschäftsführer

Moderation: Marcus Kliefoth, DB Energie GmbH, Leiter Technisches Consulting / Serviceengineering  

Das Symposium wandte  sich an Städte mit Umsetzungsplänen zur Einhaltung der vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte,  Stadtplaner, Verkehrsunternehmen, Aufgabenträger, Forschungseinrichtungen und Vertreter der Lehre sowie Studenten und Studentinnen, Ingenieurunternehmen, an die DB AG mit Tochtergesellschaften, KMU´s mit einem Bezug zur Bahnbranche, die gesamte Bahnindustrie sowohl auf der Seite der Errichter und Betreiber der Infrastruktur als auch Hersteller von Schienenfahrzeugen -auch aus der Schweiz – sowie Elektrobussen und deren Lade- sowie Betriebshofsysteme.

In dem Symposium wurde aufgezeigt, welche alternativen Systemkonzepte momentan vorhanden oder zu entwickeln sind, um die Dieselantriebe abzulösen. Große Potenziale haben dabei die alternativen Antriebe und die Stärkung der des schienengebundenen Verkehrs.

Es bedarf einer Trendwende mit Anstrengungen der Gesellschaft auf allen Ebenen.